Haruki Murakami: Von Beruf Schriftsteller

Haruki Murakami: Von Beruf Schriftsteller

Dumont, 240 Seiten

Dieses Buch ist die Selbstauskunft eines Autors, der ansonsten kaum öffentlich auftritt und sich selbst einem rigiden System aus Schreiben und Laufen unterworfen hat. Schon Murakamis Buch „Wovon ich spreche, wenn ich vom Laufen spreche“ (Titel eine Anlehnung an ein Buch des von Murakami hochverehrten Raymond Carver), erzählte er vom Aufstehen um 5 Uhr morgens, dann Schreiben, dann Sport und der Rest des Tages mit dies und jenem verbringen und früh ins Bett. Anders will er nicht leben, anders kann er nicht schreiben. Aber warum schreibt er, was findet er schreibenswert, wie findet er seine Ideen, was hält er von anderen Autoren und wer sollte überhaupt Schriftsteller werden? Davon erfährt man ein wenig, aber nicht so viel, wie mancher vielleicht erwarten mag. Es ist ein Buch für Schreibende und Hardcore Fans. Mehr lesen

Richard Ford: Unabhängigkeitstag

Richard Ford: Unabhängigkeitstag

Berlin Verlag, 589 Seiten

Das hier ist die Mitte der Bascombe Trilogie (vier Bücher sind es mit dem überraschenden Post-Scirptum: Let me be Frank with you). Sicher schon drei mal gelesen, aber das allererste mal war, als ich selbst in USA lebte und Richard Ford für Independence Day gerade den Pulizter Preis gewonnen hatte. Als Student mit 26 las es sich (bestimmt, kann mich kaum erinnern) ganz anders, als heute mit 45, wo ich ungefähr so alt bin, wie der Frank im Buch. Ob ich damals den Tiefgang, die Melancholie, das hilflose Suchen von Frank nach Nähe zu seinen Kindern, zu seiner Ex, seiner Freundin und zu sich selbst packen konnte? Sich einen Reim auf all das machen, was passiert ist und wohl noch kommt. Für solche Zugänge muss man wohl älter werden. Und dann ist das Buch im Büchersack, den ich beim Umzug zurück nach Europa packte und verschickte, verloren gegangen. Vielleicht auch ein Zeichen.

Mehr lesen