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3×2. Weltkrieg – drei Romane ein Thema

Krieg – Drei Bücher erzählen vom Davor, kurz vorm Ende und danach

Endlich! Der letzt Teil von Jason Lutes BERLIN TRILOGIE erschienen. Und Endlich #2 – nach 10 Jahren wieder ein Buch von Michael Ondaatje („Katzentisch“ von 2011 interessierte mich nicht so), sein WARLIGHT wird gerade auch von den deutschen Rezensenten gepriesen. Und schließlich, von dem hab ich nie genug, Ralf Rothmann DER GOTT JENES SOMMERS.

Alle drei Bücher spielen rund um den Zweiten Weltkrieg, mit unterschiedlichsten Perspektiven und Erzählformen. Mal als multiperspektivisches Kaleidoskop aus Geschichten (Lutes), als Sommerzählung aus der Sicht eines jungen Mädchen vom Land am Rand des Krieges (Rothmann) oder als Agentenroman und gleichzeitig Coming of Age Geschichte (Ondaatje).
Der Krieg aber ist in allen Geschichten schimmernder Hintergrund für Geschehnisse, Charaktere und eine Stimmung, voller Möglichkeiten, sozialer Umbrüche, irrwitzigen Karrieren, aber auch Ängsten, Hassbotschaften und politischer Unübersichtlichkeit und Einzelschicksalen, die sowohl historisch treffend wie zeitlos scheinen.

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Frenk Meeuwsen: ZEN OHNE MEISTER

Zen und die Kunst, einen Comic zu zeichnen

avant Verlag, 286 Seiten

Der niederländische Maler zeichnete mit ZEN OHNE MEISTER seinen ersten Comic. Über seine persönlichen Lebensthemen: Zen. Japan. Kampfkunst.

Und er erzählt nebenbei in vielen kurzen, nur thematische verknüpften Kapiteln, warum wir Westler von der Zen Mischung aus Philosophie und Glauben, aus Handlungsanweisung und Gefühl oder Sehnsucht so fasziniert sind – und dem Zen-Weg doch immer nur nah kommen können. Weil Zen in Asien über viele Jahrhunderte tief ins kulturelle Leben eingedrungen ist, dort Architektur, Essen, Kleidung, Glauben und Handeln und Denken beeinflusst hat. Wir können ihn also (wie ander kulturelle Importe) nur auf unsere Weise erfassen, adaptieren und für uns passend machen.

Von so einer Adaption, einer intensiven Forschungsreise und dem Versuch, Zen ins eigene Leben zu integrieren erzählt Frenk Meeuwsens Comic. In Schwarz-Weiß Bildern, die träumerisch das Hier und Jetzt mit Gedanken an Gestern, Zen oder seine Kunst vermischen.

Er erzählt vom Export des Zen in den 50er Jahren in den Westen, teilt seine Gedanken über Besitz und Verlust, beschreibt seine Reisen in Japan, erzählt von seiner Kindheit und Jugend in den Niederlanden und seiner anderauernden Suche nach dem Zen-Weg. Er beschreibt, was Kunst, Tod, Malerei oder Kampf mit Zen zu tun haben – oder zu tun haben können, wenn man den Weg wählt.